Tunnel von Moose Jaw

Im frühen 20. Jahrhundert wurden die Häuser in Moose Jaw mit heißem Dampf gewärmt, der durch Kohleöfen in den Kellern der Häuser erzeugt wurde. Die Arbeiter, die diese Öfen in Betrieb hielten, waren jedoch nicht davon erbaut, in dieser bitteren Winterkälte von einem Haus zum anderen zu gehen und so entstanden unterirdische Tunnel, die die einzelnen Häuser verbanden. Doch bald wurden eben diese Tunnelwege zu einer düsteren und unkontrollierbaren eigenständigen Welt.

Diese Untergrundtunnel bildeten sich zu einem komplexen und immer größer werdenden Netzwerk an Gängen. Chinesische Immigranten wurden als billige Arbeitskraft angeheuert und hier in den dunklen Gängen 'versteckt' gehalten, sie lebten, schliefen und aßen hier. Die Zeiten waren schwierig, viele Menschen zogen in diese warmen Tunnel und hofften auf ein besseres Dasein als in der eisigen Kälte oberhalb. Es war die Zeit, in der Prostitution und Spiel ihre Blüte hatten, und alles was öffentlich verboten war, spielte sich hier ab. Gangster fanden das perfekte Ambiente, um ihr Geld zu waschen und Spirituosen wurden per Bahn hauptsächlich nach Chicago in den USA verschifft. Die Verbindung zu der großen Stadt im Süden brachte Moose Jaw den Beinamen „Little Chicago“.

Auch wenn heute viele der Tunnel verlassen, zerfallen oder auch geschlossen sind, bleiben jedoch noch einige den Besuchern erhalten und geöffnet. Sie wurden zu einer historischen Attraktion renoviert. Die Besucher werden in das frühe 20. Jahrhundert versetzt, durch zeitliches Dekor, Animation und Führungen durch Schauspieler. Die Besucher gehen in die Tiefen der Tunnel und können das Leben der damaligen Zeit nachvollziehen, miterleben, so wie es die Immigranten und Schmuggler lebten.

Die Touren, “The Chicago Connection” und “Chinese Immigrants” benannt, ziehen alljährlich Tausende von Neugierigen an.